Wie oft haben Sie sich gefragt, ob ein botanischer Garten die Aufmerksamkeit eines Kindes tatsächlich für einen halben Tag aufrechterhalten kann? Die Antwort lautet im Parco Giardino Sigurtà in Valeggio sul Mincio: ja — vorausgesetzt, man wählt den richtigen Zeitpunkt. Und dieser Zeitpunkt hat für alle, die mit Kindern aus Verona kommen, einen genauen Namen: Mai unter der Woche.
Warum der Mai abseits der Wochenenden am Sigurtà alles verändert
Das Paradox dieses Parks ist denjenigen bekannt, die ihn häufig besuchen: An Frühlingswochenenden und Feiertagen wird er zum Nadelöhr. Die Werktage im Mai sind eine völlig andere Geschichte. Die Wege leeren sich, das Labyrinth lässt sich ohne den Druck wartender Familien erkunden, und die Kinder können innehalten — wirklich innehalten — vor einem Buchsbaum in Form eines riesigen Pilzes, ohne dass jemand sie weiterdrängt.
Im Mai erblühen die Rosen entlang des Viale delle Rose, einem Kilometer langen Weg, dessen Duft in der stillen Morgenluft liegt. Die Seerosen in den kleinen Teichen beginnen sich zu entfalten. Das Licht hält lang an, das Grün leuchtet satt, und das Tempo ist genau das, was Kinder sich wünschen, ohne es ausdrücken zu können: langsam, sinnlich, voller Überraschungen auf Augenhöhe.
Ein praktisches Detail, das man nicht unterschätzen sollte: An Ostertag, dem 25. April und dem 1. Mai ist der Eintritt nur mit einem namentlich ausgestellten Online-Ticket möglich, da die Platzzahl begrenzt ist. In den darauffolgenden Wochen ist der Park wieder ohne Reservierung zugänglich — und man kann wieder durchatmen.
Das Labyrinth, die Buchsbäume und der Bauernhof: Was Kinder auf dem Weg hält
Die Stärke des Sigurtà mit Kindern liegt nicht in einer einzigen Attraktion — es ist eine Abfolge von Highlights, die sich im richtigen Rhythmus abwechseln, ohne je zu überwältigen oder zu langweilen.
Das Labyrinth (der Polirinto) ist die Station, an die Kinder sich am längsten erinnern. Es erstreckt sich über 2.500 qm mit Gängen zwischen hohen Hecken und einem zentralen Turm mit Kuppeldach und zwei gegenüberliegenden Treppen: Wer oben ankommt, blickt von dort auf die grünen Geometrien des Parks hinab und versteht endlich, wo er falsch abgebogen war. Für Kinder ist es eine Mission, kein Spaziergang.
Rund um das Labyrinth haben die Buchsbäume des Sigurtà etwas Einzigartiges: Die Gärtner des Parks schneiden sie nicht auf streng italienische Art, rigide und symmetrisch. Sie streicheln sie, sodass die Kronen bizarre und eigenwillige Formen annehmen. Ein sechsjähriges Kind sieht Tiere, Burgen, freundliche Monster. Ein Erwachsener sieht pflanzliches Handwerk. Beide bleiben stehen.
Der Lernbauernhof vervollständigt das Trio: Esel, Schafe, Ziegen, Hühner, Truthähne und Enten warten in einem Winkel des alten Gutshofs des Parks. Es ist kein Zoo, sondern eine Begegnung aus nächster Nähe — die Art von Begegnung, von der ein Kind beim Abendessen eine Viertelstunde lang erzählt.
Wer kurze Beine hat, kann den Zug des Itinerario degli Incanti nehmen: In etwas mehr als einer halben Stunde werden die eindrucksvollsten Punkte des Parks abgefahren, inklusive Audioführung. Kinder unter einem Meter Größe fahren kostenlos mit.
Anreise aus Verona und praktische Informationen 2026
Der Parco Giardino Sigurtà befindet sich in der Via Cavour 1 in Valeggio sul Mincio (Verona), etwa 28 km vom Stadtzentrum entfernt. Mit dem Auto ist es die praktischste Lösung: Autobahn A4, Ausfahrt Peschiera del Garda, dann 8 km in Richtung Valeggio. Der Park verfügt über vier kostenlose Parkplätze. Alternativ gibt es ab Verona Porta Nuova die direkte ATV-Linie 160 bis nach Valeggio sul Mincio, mit einer Haltestelle fünf Minuten vom Eingang entfernt — praktisch für alle, die lieber nicht fahren möchten.
Öffnungszeiten Saison 2026: täglich geöffnet vom 7. März bis zum 15. November, von 9:00 bis 19:00 Uhr (letzter Einlass 18:00 Uhr). In den Monaten März, Oktober und November frühere Schließung um 18:00 Uhr.
Preise 2026 (Kasse): Erwachsene 18 €, Jugendliche 5–14 Jahre 10 €, Kinder bis 4 Jahre kostenlos, Senioren ab 65 Jahren 14 €. Online sind vergünstigte Tickets erhältlich; es lohnt sich, vorab nachzuschauen.
Die Mitnahme des eigenen Fahrrads ist ohne Aufpreis gestattet — der interne Rundweg ist etwa 6 km lang, vollständig eben und verkehrsfrei. Fahrräder mit Kindersitz sind auch am Eingang leihweise erhältlich. Picknicks auf den Wiesen sind erlaubt: etwas von zu Hause mitbringen und sich auf dem Grande Tappeto Erboso niederzulassen ist einer der gelungensten Momente des Tages.
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?
Rechnen Sie mit mindestens drei Stunden, um die wichtigsten Attraktionen zu Fuß zu sehen (Labyrinth, Bauernhof, Viale delle Rose, Teiche). Mit neugierigen Kindern und einer Fahrt mit dem Zug ist ein ganzer halber Tag das richtige Maß. Wer unter der Woche vor 10 Uhr aufbricht, hat das Labyrinth fast für sich allein.
Ist der Park auch für Kleinkinder geeignet, auch mit Kinderwagen?
Die Hauptwege sind breit und befestigt, ohne Schwierigkeiten mit dem Kinderwagen befahrbar. Kinder unter 4 Jahren haben freien Eintritt. Der interne Zug ist auch für die Kleinsten zugänglich (unter einem Meter fahren sie kostenlos). Für die schmaleren Seitenwege empfehlen sich Tragetuch oder Kraxe.
Lässt sich der Sigurtà mit einem weiteren Ausflugsziel kombinieren?
Ja: Der Weiler Borghetto sul Mincio ist nur wenige Gehminuten vom Parkausgang entfernt. Ein Halt lohnt sich für den mittelalterlichen Ponte Visconteo und die lokalen Tortellini — das ideale Mittagessen nach einem Vormittag zwischen den Buchsbäumen.
Für Ihren Aufenthalt in Verona vor oder nach dem Ausflug liegen die Apartments von The Verona Stay nahe der Arena und dem Teatro Ristori weniger als dreißig Autominuten vom Sigurtà entfernt — und am Abend in die Altstadt zurückzukehren, nach einem Tag im Grünen, ist die perfekte Balance zwischen Natur und Stadt.